Open Mobility Lab der Ostfalia Wolfenbüttel

Neubau einer Forschungseinrichtung für die Fahrzeugtechnik

new research facility for automotive engineering

Die Hochschule für angewandte Wissenschaften Ostfalia wurde um ein neues Institutsgebäude „Open Mobility Lab“ mit den Forschungsschwerpunkten Intelligente Systeme für Energie und Mobilität, Fahrzeugbau, Kunststoffe und Materialwissenschaften und Erneuerbare Energien und Ressourceneffizienz erweitert. Als Standort ist der Nordrand des Campus Salzdahlumer Straße in Wolfenbüttel in Nachbarschaft bestehender Institutsgebäude. Das neue Gebäude bietet Flächen für Werkstätten und Prüfstände, Laborräume und Büros.
Das Gebäude ist als zweigeschossiger kompakter Baukörper auf annähernd quadratischer Grundfläche geplant. Die Zonierung der Nutzungsbereiche folgt dem Raumprogramm mit Werkstätten und Prüfständen im Erdgeschoss sowie Laborbereichen und Büros im Obergeschoss. Der Eingang mit Foyer und Vertikalerschließung wird durch einen Unterschnitt der Gebäudekubatur gebildet und liegt an der nordöstlichen Ecke. Er ist auf die fußläufigen Zugangswege vom umliegenden Hochschulgelände ausgerichtet.
Die innere Erschließung ist einfach und übersichtlich. Im Erdgeschoss führt das Foyer über einen kurzen Flur in den linear als Zweibund organisierten Werkstattbereich. Werkstattbereiche, die mit Versuchsfahrzeugen angefahren werden, sind mit Sektionaltoren ausgestattet. Die Prüfstände und der Fahrsimulator sind mit Metall-Glasfassaden versehen, in die bei Nutzungsänderung ebenfalls Tore eingebaut werden können. Im Obergeschoss führt die Treppe vom Foyer in die Labor- und Büroebene. Diese ist ebenfalls linear als Zweibund, jedoch mit Mittelzone (Besprechungsraum, Kopierer, Teeküche und Sanitärräume) organisiert. Ein Oberlicht versorgt die Mittelzone zusätzlich mit Tageslicht. Die Aufteilung der Raumzonen mit Trockenausbau entspricht dem Raumprogramm, sie kann aber durch die randständige Anordnung der tragenden Bauteile auch flexibel an neue Anforderungen angepasst werden.
Der neue Baukörper gliedert die umliegenden Freiräume. Am Eingang entsteht ein Vorplatz, auf den die fußläufigen Wege vom Hochschulgelände und vom Parkplatz an der Salzdahlumer Straße führen. Durch das Hervortreten des Baukörpers aus der Flucht des benachbarten Gebäudes L um einige Meter ist der Eingang des Open Mobility Lab vom Hauptgebäude kommend gut sichtbar und in seiner Zeichenhaftigkeit von weitem zu erkennen. Die Wegeführung entlang des Gebäudes L sollte im Zuge der Neubaumaßnahme barrierefrei und mit qualitätsvollen Aufenthaltsbereichen gestaltet werden. Der Lageplan zeigt dafür einen Vorschlag. Das Gebäude wird allseitig mit befahrbaren Oberflächen umgeben, so dass die Hallentore an der West- und Ostseite von beiden Parkplatzzufahrten aus mit Versuchsfahrzeugen erreicht werden können.
Das Gebäude ist als Massivbau aus innen und außen sichtbarem monolithischen Infraleichtbeton konzipiert. Diese Bauweise gewährleistet Nachhaltigkeit während und am Ende des Lebenszyklus durch hohe Wärmespeicherkapazität, Wartungsfreiheit und Alterungsbeständigkeit sowie durch einfache Recyclingfähigkeit der Baustoffe. Die Verglasungen der Werkstattbereiche werden aus mehrschaligem, transluzent gedämmtem Profilbauglas mit eingesetzten Klarglasfeldern ausgeführt. Labor- und Bürobereiche erhalten Metallfensterbänder mit Öffnungsflügeln für natürliche Raumlüftung und Belichtung. Nichttragende Innenwände werden in Trockenbau mit weißer Oberfläche errichtet.
Das Gebäude wird in Stahlbetonbauweise als gute Verbindung zwischen wirtschaftlicher, wartungsarmer, flexibler und nachhaltiger Bauweise errichtet. Punktgestützte Flachdecken gewährleisten maximale Installations- und Änderungsfreiheit für sich verändernde Raum- und Nutzungskonzepte. Die Außenwände werden aus Infraleichtbeton ohne zusätzliche Wärmedämmung mit hoher Speicherkapazität für angenehmes Innenraumklima ausgeführt. Die Flachgründung ist als durchgehende Stahlbetonbodenplatte vorgesehen.